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Die Statuen auf dem Szabadság tér

2015. március 1. vasárnap

Ich dachte, dass ich dieses Blog ein bisschen umgestalte: da ich Ungarn bald verlasse, werde ich hier in zwei Sprachen Texte veröffentlichen. Vor allem wäre es mir wichtig ungarische Themen in Deutsch und die deutschsprachige Kultur auf Ungarisch darzustellen. Als Auftakt dazu veröffentliche ich hier eine verkürzte Fassung meiner Artikelreihe über die Statuen am Budapester Szabadság tér. Aktuell wurde das Thema auch wegen des höchst umstrittenen, neuen Holocaust-Denkmals (offizieller Name: Denkmal für die Opfer der deutschen Besatzung) am Platz.

Im Sommer 2011 spazierte ich mit einem Freund auf dem Budapester Szabadság tér (Deutsch: Freiheitsplatz) und wir schauten uns die Statue von Generalmajor H. H. Bandholtz, unweit der amerikanischen Botschaft an. Später ist es mir in den Sinn gekommen, genauer hinzuschauen, welche Statuen, Denkmäler und Gedenkstätten auf dem Platz – der wie kein anderer die bewegte Geschichte und die politischen Wirren des Landes widerspiegelt – zu finden sind. Erst nachdem ich die Statuen aufgesucht, fotografiert und ihre Geschichte kennen gelernt hatte, habe ich begriffen welche Symbolkraft dieser auch architektonisch bedeutende Platz hat.

Die Geschichte der Szabadság tér

Bevor wir uns die Stauten anschauen, lohnt es sich, die Vorgeschichte des Szabadság tér anzuschauen. Bis zur Wende des 20. Jahrhunderts wurde der Platz von einem einzigen Bau beherrscht: das Neugebäude. Auf Darstellungen des riesigen Gebäudekomplexes sieht man eindeutig, dass nicht nur der heutige Platz, sondern auch die ganze Gegend vom Neugebäude förmlich erdrückt wurde.

Újépület2

Das Neugebäude auf einer Tuschzeichnung

Das vom österreichischen Architekten Isidore Marcellus Amandus Canevale entworfene Gebäude wurde auf Wunsch von Josef II. im Jahre 1786 errichtet. Es zählt zu den gutwilligen, jedoch missglückten Erneuerungsvorhaben, wie der Narrenturm in Wien. Im Neugebäude wollte Josef II. Arme und Kranke unterbringen, in Wahrheit wurde aber das Monstrum als Gefängnis und später als Kaserne genutzt. Ein in 1822 in Pest erschienenes geographisches Wörterbuch nennt das Neugebäude treffend „ein ungeheures Viereck“.

Das Neugebäude auf einer Stadtkarte

Für die Ungarn war das Gebäude das Symbol der Unterdrückung: hier wurde der erste frei gewählte Präsident des Landes am 6. Oktober 1849 hingerichtet. Das Neugebäude war ein interessantes Beispiel frühklassizistischer Architektur, aber es passte nicht in das rasant wachsende Umfeld der Leopoldstadt in Pest. Der Architekturforscher, Sport- und Moralhistoriker László Siklóssy nannte es „das Symbol der Niederdrückung und Absolutismus“. Aus heutiger Sicht war der Bau wirklich intransparent, der riesige Innenhof war dem Auge und der Öffentlichkeit verschlossen.

So hatte es Symbolwert, als an Stelle des Neugebäudes, das 1897 abgerissen wurde, ein luftiger, großzügig angelegter Platz entstand, der ganz im Einklang mit dem neuzeitlichen ungarischen Nationalverständnis nach der Freiheit benannt wurde.

Das Neugebäude um 1880

Inventar: Statuen und Denkmäler am Szabadság tér   

Sehen wir uns an, welche Statuen und Gedenkstätte heute auf dem Szabadság tér stehen (in der Liste sind Name, Aufstellungsjahr und Bildhauer angegeben). 2014 wurde ein weiteres Denkmal aufgestellt: Das umstrittene Holocaust-Denkmal, das sich auf der folgenden Karte etwas nördlich vom Buchstaben A befindet.

Statuen und Denkmäler am Szabadság tér

Statuen und Denkmäler am Szabadság tér

1) Gedenkbüste István Széchenyi, Béla Pataki, 1991

2) Zierbrunnen „Erblühe”, Ede Telcs, 1930

3) Denkmal der ungarischen Athletik, Relief: Győrgy, Várhelyi, Postament: László Dobos, 2000

4) Neubau-Denkmal, Farkas András Dózsa, 1934

5) Statue des amerikanischen Generalmajors Harry Hill Bandholtz, Miklós Ligeti, 1936

6) Denkmal von Carl Lutz, Tamás Szabó, 2006

7) Sowjetisches Heldendenkmal, Károly Antal, 1946

8) Statue des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan, István Máté, 2011

9) Statue von Imre Nagy, Tamás Varga, 1996

10) Ewige Flamme Graf Lajos Batthyány, Móricz Pogány, 1926

(ohne Nummer, nördlich von A): Denkmal für die Opfer der deutschen Besatzung, Péter Párkányi Raab, 2014

Natürlich gehören Nr. 9 und 10 im engeren Sinne nicht mehr zum Szabadság tér. Mit Buchstaben gekennzeichnet erwähne ich noch

  1. A) den Springbrunnen
  2. B) die Statute von Lajos Kossuth im Tympanon des Szabadság tér 15.
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One Comment
  1. És még meg is értettem az első bekezdést. 🙂

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